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Vor 45 Jahren

Einführung des Produktes „InterCity“ im Fernverkehr der Deutschen Bundesbahn

Sonntag, 26.09.1971: Was uns heute als Selbstverständlichkeit erscheint, feierte vor 45 Jahren, mit Einführung des Winterfahrplans 1971/72, im Netz der Deutschen Bundesbahn seine Premiere: Die fahrplanmäßige Vertaktung von Reisezügen des Fernverkehrs. Der Name dieses Produktes war ein lateinisch-englisches Kunstwort namens „Intercity“, was soviel bedeutet wie „zwischenstädtisch“. In der Tat entstand ein Netz von Verbindungen zwischen 33 westdeutschen Städten. Dieses als „IC-Netz A“ bezeichnete System bestand aus vier Linien.

Am Beispiel des Koblenzer Hauptbahnhofes sah dies so aus: IC-Linie 1 (Hamburg-München) führt von Köln über die linke Rheinstrecke nach Koblenz und erreicht dann als nächsten Verkehrshalt Mainz Hbf.

Hingegen führt IC-Linie 2 (Hannover-München) ebenfalls über die linke Rheinstrecke von Köln nach Koblenz, erreicht aber als nächstfolgenden Verkehrshalt Wiesbaden Hbf. Um nicht in die durch den Güterverkehr hoch belastete rechte Rheinstrecke einfahren zu müssen, fährt der IC bis zum Abzweig Kaiserbrücke südlich Mainz-Mombach und quert erst dort den Rhein.

Kennzeichen aller Züge des Produktes „IC“ waren bei seiner Einführung: Sitzwagen führen ausschließlich die 1. Wagenklasse; keine Kurswagenläufe, keine Gepäckbeförderung (also nur Traglasten, wie heute überall im Reisezug), maximale Reisegeschwindigkeit: 160 km/h.

Das rollende Material wurde gebildet aus Elloks der Baureihen 103.0, 103.1 (hauptsächlich) und 112. Seit Einführung lokbespannter TEE-Züge im Jahre 1965 trugen diese Maschinen das rot-beige Farbkleid, ebenso das recht neue Wagenmaterial.

Ähnlich verfuhr man bei der Baureihe 601 (ex VT 11.5), die seit ihrer Indienststellung TEE-Leistungen erbrachte. Auch hier war keine Umlackierung erforderlich; lediglich das TEE-Emblem wich dem Intercity-Schriftzug.

Das Produkt „IC“ hatte als Zielgruppe zunächst Geschäftsreisende, weswegen viele IC mit Zugsekretariat (Schreibabteil und Telefonie) liefen. Als man die Attraktivität des IC auch für „normale“ Reisende erkannte, wurde mit Beginn des Jahresfahrplans 1979/80 die 2. Wagenklasse eingeführt (Motto: „Jede Stunde, jede Richtung“ bzw. „Jede Stunde, jede Klasse“.) Im Jahre 1987 erfolgte dann die grenzüberschreitende Ausweitung des Angebotes unter dem Produktnamen „EuroCity“ (nunmehr mit großem „Binnen-C“ geschrieben).

Literaturempfehlung (in Auswahl):

Scharf, Hans-Wolfgang: Die DB vor 25 Jahren. Zahlen – Daten – Fakten. In: Die DB 1971. Die Deutsche Bundesbahn vor 25 Jahren. Freiburg 1996, S. 27-106, hier besonders: S. 38-41.
(Eisenbahn-Kurier Spezial 43)

Berndt, Torsten: Reisen 1. Klasse. VT 11.5. Irsee o.J. [ca. 2002], hier besonders: S. 74-75.