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Vor 50 Jahren

Lieferung der ersten Mehrsystem-Lokomotive der Baureihe E 410

Als am 25. Oktober 1966 mit der Maschine E 410 001 die erste Viersystem-Elektrolokomotive von der Industrie an die Deutsche Bundesbahn übergeben wurde, war ihr das Interesse der Presse und der Öffentlichkeit gewiss. Diese Tatsache wurde nicht zuletzt dadurch unterstrichen, dass die Übergabe im Herstellerwerk, Fried. Krupp Lokomotivfabrik in Essen, durch Alfried Krupp von Bohlen und Halbach an den Ersten Präsidenten der Deutschen Bundesbahn, Prof. Dr. Heinz Maria Oeftering, erfolgte.

Die Viersystemlok E 410 001 war nicht die erste Entwicklung für die Deutsche Bundesbahn auf dem Gebiet der Mehrsystemtechnik. Bereits im Jahre 1960 wurden drei Zweisystemloks (ausgelegt für DB einerseits und SNCF Nord und CFL andererseits), auf Basis des hier leicht modifizierten Wagenkastens der Baureihe E 40, in Dienst gestellt – die Maschinen E 320 01, E 320 11 und E 320 21. Von Ihnen ist die E 320 01, erhalten im Zustand von 1981 als 182 001, im DB Museum Koblenz zu besichtigen. Den drei Lokomotiven der Baureihe E 320 folgte wenig später durch Umbau einer Maschine der sogenannten „Höllentalbahn“ der Einzelgänger der Baureihe E 344.

Demgegenüber wies die Konstruktion der E 410 bereits die zwischenzeitlich gemachten Fortschritte in der Halbleitertechnik auf. Auch politisch stellte sie mehr dar als ihre Vorgängerinnen, wurde sie doch als „Europalokomotive“ bezeichnet. Das war keineswegs übertrieben, wenn man bedenkt, dass sie in fünf der sechs damaligen EWG-Mitgliedsstaaten unter Fahrdraht verkehren konnte: Bundesrepublik Deutschland, Frankreich (nur Netz Nord), Luxemburg, Belgien und den Niederlanden.

Der Ablieferung der insgesamt fünf Maschinen der Baureihe E 410 folgten umfangreiche Test- und Probephasen, sodass die endgültige Abnahme sich bis in das Jahr 1968 hinzog. Ähnliches kann über die -im wagenbaulichen Teil der E 410 entsprechenden - vier Lokomotiven der Baureihe E 310 (Zweisystemlok) gesagt werden.

Der ab dem 1. Januar 1968 gültige, EDV-gerechte Nummernplan der Triebfahrzeuge und deren Bei-, Mittel- und Steuerwagen brachte für die E 410 die neue Baureihenbezeichnung 184, für die E 310 lautete diese nunmehr 181, (später 181.0, da in den Jahren 1974/75 eine Serienlieferung dieser Baureihe erschien, welche die Nummerngruppe 181.2 erhielt).

Selbstverständlich ist von jeder der hier genannten Baureihen 181.0, 181.2 und 184 jeweils ein Exemplar zum Zwecke der Dokumentation der Geschichte der Mehrsystemlokomotiven im DB Museum Koblenz erhalten geblieben und kann an Öffnungstagen besichtigt werden.